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  • Duftöl zu Wachs geben: Dosierung und Temperatur
  • Duftöl zu Wachs geben: Dosierung und Temperatur

    Cap-Nature


    Inhaltsverzeichnis

    Wenn Sie Duftöl zu Wachs geben, zählen vor allem zwei Dinge: die Menge im Verhältnis zum Wachsgewicht und die Temperatur der Schmelze. Bei pflanzlichem Soja- und Kokoswachs richten sich beide Werte nach dem konkreten Wachs, und erst die fertige Kerze zeigt, ob die Rezeptur stimmt.

    Wie viel Duftöl gehört in Soja- oder Kokoswachs?

    Die Duftladung ist der Anteil an Duftöl, gemessen am Gewicht des Wachses. Von ihr hängt ab, wie deutlich eine Kerze duftet und wie ruhig sie brennt. Wer Duftkerzen selber giesst, legt diesen Wert deshalb vor dem Schmelzen fest.

    Duftöl wird neben einer Waage und Wachsstückchen auf einem Holzbrett gemessen.

    Die Duftölmenge nach Wachsgewicht berechnen

    Die Rechnung ist einfach: Wachsgewicht in Gramm mal Duftanteil als Dezimalzahl ergibt die Duftölmenge in Gramm. Cap Nature rechnet dazu dieses Beispiel vor: Bei 200 g Wachs und 9 % Duftladung kommen 18 g Duftöl hinzu.

    • Digitalwaage: Sie wiegt das Öl grammgenau ab, und die Rechnung bleibt nachvollziehbar.
    • Keine Tropfen: Wie gross ein Tropfen ist, hängt von Fläschchen und Öl ab.
    • Keine Milliliter: Weil jedes Öl eine andere Dichte hat, entsprechen 100 ml nicht automatisch 100 g.

    Duftladung an das konkrete Wachs anpassen

    Das passende Verhältnis hängt von der Wachsart ab. In der Dosierungstabelle von Cap Nature liegt die Obergrenze für Sojawachs bei 10 %, für Kokoswachs bei 12 % und für Bienenwachs bei 6 %, jeweils bezogen auf das Wachsgewicht. Es handelt sich um Richtwerte für die Praxis, nicht um eine allgemeine Schweizer Höchstmenge.

    Für eine dezente Duftintensität in einem kleinen Raum empfiehlt die Tabelle 6 % bei Soja- oder Kokoswachs und 3 % bei Bienenwachs. Cap Nature giesst seine Behälterkerzen aus einer rein pflanzlichen Mischung aus Soja- und Kokoswachs, deren Schmelzpunkt mit 50 °C angegeben ist. Bei einer solchen Mischung gelten die Angaben zur Mischung selbst und nicht die Werte der einzelnen Wachse.

    Wachsart Dezenter Duft, kleiner Raum Höchstens
    Sojawachs 6 % 10 %
    Kokoswachs 6 % 12 %
    Bienenwachs 3 % 6 %

    Für Kerzen geeignete Duftstoffe wählen

    Cap Nature empfiehlt ein Duftöl für Kerzen, das ausdrücklich für Wachs formuliert wurde. Parfümöle und Öle für Diffuser oder Raumduft sind nicht automatisch für eine brennende Flamme gemacht: Sie können ausbluten oder das Brennverhalten stören. Für die handgefertigten Duftkerzen aus Pflanzenwachs von Cap Nature kommen Duftkompositionen aus Grasse zum Einsatz.

    Auch ätherische Öle eignen sich nur zum Teil: Manche können in die Kerze, doch unter Hitze verändert sich ihre Duftnote unter Umständen. Für geeignete Öle dieser Art empfiehlt Cap Nature eine zurückhaltende Dosierung von höchstens rund 3 % des Wachsgewichts.

    Bei welcher Temperatur kommt Duftöl ins Wachs?

    Ist die Menge berechnet, stellt sich die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Einen Wert, der für jedes Kerzenwachs gilt, gibt es nicht. Wichtig ist, drei Temperaturen auseinanderzuhalten: die Schmelztemperatur, die Temperatur beim Einrühren und die Giesstemperatur.

    Duftkerzenwachs mit Label und Lavendelzweigen im Hintergrund auf Holztisch.

    Die Einrührtemperatur der Rezeptur prüfen

    Vom Schmelzpunkt lässt sich die Einrührtemperatur nicht ableiten. Ein untersuchtes Sojawachs schmilzt bei etwa 51,1 °C. In den zugehörigen Versuchen wurde das Duftöl trotzdem erst bei 85 °C eingerührt.

    Die verlässlichen Werte stehen im technischen Datenblatt des Wachses: Misch- und Giesstemperatur sowie die maximale Duftlast. Ist das Wachs im Schmelztiegel vollständig flüssig, messen Sie die Temperatur mit einem Thermometer. Erst dann kommt das Öl dazu.

    Temperaturangaben richtig einordnen

    Einer Anleitung zufolge wird Duft bei vielen Kerzenwachsen bei 82–88 °C zugegeben; wann gegossen wird, hängt davon getrennt vom Wachs ab. Bei ätherischen Ölen gehen die Angaben auseinander. Eine Anleitung empfiehlt 60–65 °C, ein dokumentiertes Rezept mit Patchouliöl in Sojawachs dagegen 85 °C.

    Zu viel Hitze kann flüchtige Duftbestandteile verringern. Ist das Wachs zu kühl und dickt schon ein, verteilt sich das Öl womöglich ungleichmässig. Cap Nature empfiehlt deshalb, die Wachstemperatur mit einem zuverlässigen Thermometer zu prüfen und das Wachs, falls nötig, abkühlen zu lassen, bis die Temperatur zur Rezeptur passt.

    Flammpunkt und Produktunterlagen beachten

    Der Flammpunkt ist die Temperatur, ab der ein Öl so viel Dampf bildet, dass ein entzündbares Gemisch mit Luft entstehen kann. Jedes Duftöl hat seinen eigenen Wert. Für das Einrühren ist er weder der ideale Wert noch eine feste Obergrenze, unter der das Öl immer bleiben müsste.

    Wichtig sind die Vorgaben zum Wachs und das Sicherheitsdatenblatt des Duftöls. Erhitzen Sie Duftöl nie direkt über einer offenen Wärmequelle. In den IFRA-Unterlagen eines Produkts können Grenzwerte für Kerzen stehen, die dort unter Kategorie 12 fallen. Sie ersetzen weder die Prüfung der fertigen Rezeptur noch die Schweizer Vorschriften. Die Eigenschaften der Mischung beschreibt der Ratgeber zu Soja- und Kokoswachs.

    Duftöl einrühren und die Kerze giessen

    Sind Menge und Temperatur geklärt, folgt die eigentliche Kerzenherstellung. Das Vorgehen bleibt gleich, ob Sie mit reinem Sojawachs oder mit einer Mischung arbeiten. Entscheidend ist, dass Sie jeden Schritt wiegen und messen, statt nach Gefühl zu arbeiten.

    Eine Frau rührt in einem Topf auf dem Herd während sie Duftöl in Wachs einrührt.

    Wachs schmelzen und Behälter vorbereiten

    Wiegen Sie das Wachs ab und schmelzen Sie es vollständig. Eine Anleitung empfiehlt dafür ein Wasserbad, langsames Erhitzen und gelegentliches Umrühren, jeweils nach den Vorgaben für das verwendete Wachs.

    • Waage und Thermometer: für genaue Mengen und eine kontrollierte Temperatur.
    • Hitzebeständiges Schmelzgefäss: darin wird das Wachs geschmolzen und gemischt, dazu kommt ein Rührwerkzeug.
    • Passender Docht: abgestimmt auf Wachs, Gefäss und Rezeptur.
    • Hitzebeständiges Kerzengefäss: darin härtet die Kerze aus.

    Die Behälter bereiten Sie vor, während das Wachs schmilzt. Reinigen Sie das Gefäss, befestigen Sie den Docht am Boden und richten Sie ihn in die Mitte aus. So kann er später beim Abkühlen in Position gehalten werden.

    Duftöl einrühren und Wachs eingiessen

    Falls Sie färben möchten, kommt der Kerzenfarbstoff einer Anleitung zufolge vor dem Duft in das geschmolzene Wachs und wird gründlich verrührt. Danach geben Sie das abgewogene Duftöl bei der Temperatur der Rezeptur dazu. Cap Nature empfiehlt, mindestens 2 Minuten ruhig und gleichmässig zu rühren. Tropfen Sie Duftöl nie auf Wachs, das bereits erstarrt ist.

    Gegossen wird bei der Giesstemperatur des jeweiligen Wachses, direkt in das vorbereitete Gefäss. Halten Sie den Docht mittig, solange das Wachs erstarrt. Bei Pflanzenwachsen können auch Raum- und Gefässtemperatur beeinflussen, wie die Kerze aushärtet.

    Duftwirkung und austretendes Öl prüfen

    Zünden Sie die Kerze erst an, wenn sie vollständig ausgehärtet ist. Für Soja- und Rapswachs nennt eine Anleitung 1–2 Wochen, damit sich der Duft entwickeln kann. Wie lange es tatsächlich dauert, hängt von der Wachsrezeptur ab.

    Duftet die Kerze beim Brennen schwach, liegt das nicht zwingend an zu wenig Duftöl. Auch das Öl selbst, die Temperatur beim Mischen, die Durchmischung, die Raumgrösse oder der Docht kommen infrage. Ist der Docht zu klein, kann das Schmelzbad klein bleiben und die Kerze einen Tunnel bilden. Für einen Vergleich giessen Sie drei kleine Kerzen und ändern dabei nur die Duftladung.

    Bilden sich Öltropfen oder Pfützen, hat das Wachs das Öl möglicherweise nicht ganz aufgenommen. Cap Nature empfiehlt dann, weniger Duftöl zu verwenden und Einrührtemperatur und Rührdauer zu prüfen. Zischt, spritzt oder raucht eine selbstgemachte Kerze, löschen Sie sie sofort und überarbeiten Sie die Rezeptur, bevor Sie sie wieder verwenden.

    Häufig gestellte Fragen

    Kann man ätherische Öle in Duftkerzen verwenden?

    Einige ja, aber nicht alle. Unter Hitze kann sich ihr Duft verändern: Ein süsslicher Duft wird bei zu hoher Temperatur unter Umständen unangenehm scharf. Zimt- oder Zitrusöle können beim Verbrennen zudem reizende Stoffe freisetzen. Cap Nature empfiehlt, höchstens rund 3 % des Wachsgewichts einzusetzen.

    Duftet eine Kerze stärker, wenn man mehr Duftöl ins Wachs gibt?

    Nicht unbedingt im gleichen Mass. Wie stark eine Kerze duftet, hängt auch vom Wachs, der Duftzusammensetzung, dem Docht, dem Brennverhalten und der Raumluft ab. Mehr Duftöl kann das Brennen verändern und einen anderen Docht erfordern. Cap Nature setzt die Obergrenze bei 12 %, wobei der niedrigere Höchstwert der jeweiligen Wachsart Vorrang hat.

    Wie lagert man selbstgemachte Duftkerzen richtig?

    Am besten kühl, dunkel und in einem geschlossenen Gefäss. Wie lange eine Kerze hält, hängt von Wachs, Duftöl, Verpackung sowie Licht und Wärme ab.