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  • Fehler beim Kerzen giessen: Ursachen und Lösungen
  • Fehler beim Kerzen giessen: Ursachen und Lösungen

    Cap-Nature


    Inhaltsverzeichnis

    Die meisten Fehler beim Kerzengiessen haben eine erkennbare Ursache: eine ungeeignete Temperatur, zu schnelles Abkühlen oder einen falsch dimensionierten Docht. Luftblasen, Krater, Risse, Flecken, Probleme beim Entformen und schlechter Abbrand lassen sich an klaren Anzeichen erkennen und bei der nächsten Charge gezielt vermeiden.

    Luftblasen, Hohlräume und Krater vermeiden

    Ein Loch im Wachs hat nicht immer dieselbe Ursache. Manchmal steckt eingeschlossene Luft dahinter, manchmal schrumpft das Wachs beim Erstarren. Wer die beiden Fälle unterscheiden kann, kommt schneller zur passenden Lösung.

    Drei Kerzen in grauen Zementbehältern stehen auf einer hölzernen Oberfläche neben Klecksen Wachs.

    Wie entstehen Luftblasen?

    Luftblasen entstehen vor allem bei der Verarbeitung. Wer kräftig rührt oder schnell giesst, bringt Luft ins Wachs. Auch beim Umströmen des Dochts kann das flüssige Wachs Luft einschliessen. Rühren Sie deshalb sanft und giessen Sie ohne Eile.

    Cap Nature empfiehlt, das Wachs bei 55 bis 60 Grad langsam und gleichmässig in die Mitte des Behälters zu giessen. Welche Temperatur genau passt, hängt vom verwendeten Wachs ab. Nach dem Giessen löst vorsichtiges Antippen des Gefässes eingeschlossene Luft. Heftiges Klopfen kann dagegen das Glas beschädigen.

    Warum sinkt das Wachs um den Docht ein?

    Nicht jeder Hohlraum ist eine Luftblase, auch wenn er ähnlich aussieht. Luft gelangt beim Verarbeiten ins Wachs. Ein Schrumpfungshohlraum bildet sich dagegen erst beim Erstarren im Inneren der Kerze.

    In der Praxis erstarrt die äussere Wachsschicht zuerst, während der Kern noch flüssig ist. Kühlt der Kern später ab, verliert er an Volumen. Dadurch kann um den Docht eine Mulde oder ein Krater zurückbleiben.

    Bei manchen Formwachsen, die dafür vorgesehen sind, lässt sich der Hohlraum gezielt füllen. Dazu verbindet ein Reliefloch, also eine kleine Bohrung durch die feste Oberfläche, den Hohlraum mit der Oberfläche. Ein zweiter Guss füllt ihn anschliessend auf. Dieses Vorgehen eignet sich allerdings nicht für jedes Wachs.

    Welche Giesstemperatur hilft gegen Hohlräume?

    Zu kaltes Wachs kann schon beim Einfüllen an der Formwand erstarren und so die Blasenbildung begünstigen. Mehr Hitze ist trotzdem keine sichere Lösung. Bei einem getesteten Säulensojawachs waren die Senklöcher nach 24 Stunden bei 76,7 und 82,2 °C grösser als bei 65,6 und 71,1 °C. Dieses Ergebnis gilt allerdings nur für dieses eine Wachs.

    Zur Vorbereitung gehört auch das richtige Schmelzen. Schmelzen Sie das Wachs im Wasserbad statt direkt bei starker Hitze und streben Sie höchstens 70 bis 75 °C an. Heisses Wachs darf dabei nie unbeaufsichtigt bleiben. Alle weiteren Schritte beschreibt der Leitfaden zur Kerzenherstellung zu Hause.

    Risse, Flecken und Ablösung vom Glas beheben

    Auch wenn das Innere der Kerze gelungen ist, können an der Oberfläche noch Probleme auftreten. Meistens liegt die Ursache in der Art, wie die Kerze abkühlt und aushärtet. Eine Rolle spielen dabei auch das verwendete Wachs und das Material des Gefässes.

    Zwei Kerzen in Gläsern auf einem Holzfensterbrett, eine deutlich rissige und ungleich brennende Kerze neben einer glatten,

    Woher kommen Risse und Krater an der Oberfläche?

    Risse entstehen, wenn die bereits feste Aussenschicht unter Spannung gerät, während der wärmere Kern weiter schrumpft. Ein abrupter Temperaturwechsel verstärkt diese Spannung zusätzlich.

    Cap Nature empfiehlt deshalb, frisch gegossene Kerzen in den ersten 24 Stunden nicht zu bewegen. Lassen Sie die Kerze an einem temperierten, zugfreien Ort abkühlen. Kühlschrank und kalte Fensterbank sind dafür ungeeignet.

    Wirkt die feste Oberfläche danach noch uneben, hilft eine Heissluftpistole. Erwärmen Sie die Oberfläche damit vorsichtig und nur leicht, bis sie glatter wird.

    Was bedeuten helle Flecken und Wet Spots?

    Helle Flecken, auch «Frosting» genannt, zeigen sich besonders bei Pflanzenwachsen. Ihr Aussehen hängt davon ab, wie das Wachs kristallisiert und wie es abkühlt. «Wet Spots» sind dagegen Stellen, an denen sich das Wachs beim Abkühlen von der Glaswand löst. Solche Stellen bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Kerze schlecht abbrennt. Für ein bestimmtes Pflanzenwachs wird empfohlen, das Gefäss leicht über Raumtemperatur, aber nicht heiss vorzuwärmen. Stellen Sie frisch gegossene Gefässe beim Abkühlen mit Abstand zueinander auf.

    Warum entstehen Schichtlinien oder Verfärbungen?

    Sichtbare Schichtlinien bilden sich, wenn das Wachs an einer kalten Form zu früh erstarrt. Prüfen Sie in diesem Fall die Giess- und die Formtemperatur für Ihr Wachs. Eine allgemeingültige Giesstemperatur gibt es nicht. Ein bestimmtes Sonnenblumen- und Olivenwachs kann sich zum Beispiel verfärben, wenn es länger über 90 °C erhitzt wird.

    Auch selbst gemischtes Wachs und wiederverwendete Reste können Probleme machen. Eine solche Mischung kann Erstarrung, Schrumpfung und Haftung am Glas verändern. Befreien Sie Reste deshalb vor dem Einschmelzen von Russ und Dochtstücken. Unbekannte Wachstypen sollten Sie nicht wahllos zusammengiessen.

    Kerzen ohne Schäden entformen

    Bei Formkerzen zeigen sich viele Fehler erst beim Entformen: abgebrochene Kanten, eine verformte Kerze oder ein herausgerissener Docht. Wie gut die Kerze aus der Form kommt, hängt vom richtigen Zeitpunkt, von einem behutsamen Vorgehen und von der Vorbereitung ab.

    Zwei Personen gießen Kerzen in eine Schale, während sie eine große Kerze aus einer Form lösen.

    Wann ist die Kerze bereit zum Entformen?

    Die Kerze muss vollständig erstarrt sein, bevor Sie sie aus der Form nehmen. Sonst können Kanten abbrechen oder die Kerze verformt sich. Wie lange das dauert, hängt vom Wachs ab. Drei Zeitspannen sind dabei zu unterscheiden:

    • Abkühlen: Für ein beschriebenes Wachssystem sind 4 bis 6 Stunden vorgesehen.
    • Entformen: Beim selben System vergehen bis dahin 24 Stunden.
    • Reifen: Cap Nature empfiehlt vor dem ersten Anzünden 1 bis 2 Wochen.

    Die Reifezeit ist ein eigener Schritt und beginnt erst nach dem Entformen. Vor allem den Duft können Sie erst nach dieser Zeit verlässlich beurteilen.

    Wie löst sich eine festsitzende Kerze?

    Bei Säulenkerzen ist ein gewisses Schrumpfen erwünscht, weil sich das Wachs dadurch von der Form löst. Sitzt eine vollständig erstarrte Kerze trotzdem fest, drücken oder rollen Sie die Form vorsichtig, je nachdem, wie sie gebaut ist. Eine Anleitung nennt ausserdem etwa 10 Minuten im Gefrierschrank. Längeres Kühlen fördert allerdings Risse.

    Ziehen Sie nie mit Gewalt am Docht, denn er kann dabei aus der Kerze herausreissen. Lösen Sie stattdessen die Form Schritt für Schritt vom Wachs.

    Welche Vorbereitung erleichtert das Entformen?

    Eine saubere, staubfreie und trockene Silikonform braucht kein zusätzliches Trennmittel. Spülmittel ist nur zum Reinigen nach dem Entformen gedacht. Dichten Sie vor dem Giessen die Öffnung für den Docht ab, damit kein flüssiges Wachs ausläuft.

    Auch das Material muss zur Kerzenart passen. Sojawachs mit einem Schmelzpunkt von 49 bis 52 °C ist weich und eignet sich eher für Gefässkerzen. Rapswachs schmilzt bei 57 bis 61 °C und ist fester, aber weniger fest als Stearin. Welche Wachsarten formstabil genug sind, zeigt der Vergleich der besten Wachse für Kerzen.

    Tunnelbildung, Russ und Flackern beim Abbrennen prüfen

    Ob eine Kerze gut gegossen ist, zeigt sich endgültig erst beim Anzünden. Tunnel, Russ oder eine unruhige Flamme gehen meist auf den Docht, die Duftmenge oder die Umgebung zurück.

    Zwei Kerzenmacher schauen konzentriert auf eine brennende Kerze auf dem Tisch.

    Ist der Docht passend und mittig?

    Cap Nature empfiehlt, die Dochtgrösse nach dem Innendurchmesser des Gefässes zu wählen und nicht nach seinem Volumen. Einen falsch dimensionierten Docht erkennen Sie an diesen Anzeichen:

    • Schmaler Schmelzpool: Die Flamme schmilzt nur eine kleine Fläche um den Docht.
    • Ungeschmolzener Rand: An der Gefässwand bleibt ein dicker Wachsrand stehen, und es bildet sich ein Tunnel.
    • Schiefer Abbrand: Das Wachs schmilzt nur auf einer Seite, weil der Docht nicht gerade sitzt.

    Befestigen Sie den Dochtfuss mittig am Gefässboden und halten Sie den Docht beim Giessen gerade. Die Tabelle nennt Ausgangswerte für die Dicke des Dochts. Ob die Wahl stimmt, zeigt erst ein Brenntest.

    Innendurchmesser des Gefässes Docht als Ausgangspunkt
    5 bis 6 cm dünn: «small» oder ECO 4 bis 6
    7 bis 8 cm mittel: ECO 8 bis 10
    9 bis 10 cm dicker Docht oder Doppeldocht

    Was verursachen Russ und starkes Flackern?

    Ist der Docht zu gross, kann die Flamme hoch brennen und russen. Die Kerze verbraucht dann schneller Wachs, und das Gefäss kann überhitzen.

    Auch die Länge des Dochts spielt eine Rolle. Laut dem Bundesamt für Gesundheit kann ein zu langer Docht mehr Russpartikel verursachen. Kürzen Sie ihn deshalb vor jedem Anzünden auf etwa 5 mm.

    Starkes Flackern allein beweist noch keine falsche Dochtgrösse. Auch Zugluft oder ein zu langer Docht bringen die Flamme zum Flackern.

    Wie zeigt ein Brenntest die Ursache?

    Zu viel oder ungeeigneter Duftstoff kann an der Oberfläche austreten und das Brennverhalten verändern. Für speziell entwickelte Kerzendüfte empfiehlt Cap Nature 5 bis 10 % des Wachsgewichts. Mehr als 10 % können Ausbluten und Russ fördern. Selbst ein Docht, der ohne Duft gut brennt, kann nach einer Änderung der Mischung russen. Ändern Sie deshalb pro Test nur eine Variable, dann lässt sich die Ursache klar zuordnen.

    Stellen Sie die Testkerze auf eine ebene, hitzebeständige Unterlage, fern von Zugluft und brennbaren Gegenständen. Lassen Sie sie pro Durchgang höchstens 2 bis 3 Stunden und nur unter Aufsicht brennen.

    Häufig gestellte Fragen

    Was passiert, wenn man das Wachs zu heiss giesst?

    Liegt die Temperatur über 55 bis 60 °C, kann der Duft verdampfen. Nach einem technischen Leitfaden leiden leichte Duftkomponenten, wenn sie lange hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Hitze verhindert auch keine Senklöcher: Bei einem getesteten Säulensojawachs waren sie bei 76,7 und 82,2 °C grösser als bei 65,6 und 71,1 °C.

    Warum bleibt das Wachs nach dem Giessen weich?

    Eine mögliche Ursache ist eine zu niedrige Giesstemperatur. Auch ein unausgewogenes Verhältnis von Wachs und Duftstoff kann dazu führen. Laut Cap Nature enthält eine gut formulierte selbstgemachte Kerze in der Regel höchstens 10 % Duft, bezogen auf das Wachsgewicht.

    Warum duftet die selbst gegossene Kerze beim Brennen kaum?

    Oft ist zu wenig Duft dosiert oder der Duft wurde bei zu hoher Temperatur zugegeben. Möglich ist auch, dass der Duft oder das ätherische Öl nicht für die Verbrennung geeignet ist. Cap Nature empfiehlt, den Duft bei einer Wachstemperatur von 60 bis 65 °C zuzugeben.